October 24, 2010

Lullaby




October 22, 2010

Katzenfisch

Computer an
E-Mails gecheckt
Next step: Facebook.

Social Networking ist wohl DER Begriff der Gegenwart. Unsere Generation lebt förmlich vor dem PC. Waren es vor einigen Jahren noch ICQ und MySpace, die unsereins täglich Stunden unserer Lebenszeit kosteten, so ist mittlerweile aus Facebook ein regelrechter Zwang geworden.
Hast ein Profil - haste Freunde. Das Perverse daran ist, dass man wahrscheinlich 70 Prozent der Leute in seiner Liste im echten Leben meiden würde.
Und ich rede hier durchaus von mir selbst. Einmal durch meine Facebook-Friends durchgeklickt, sitze ich perplex und mit beschämt gesenktem Kopf auf dem Sofa. Und auch das "Who the f***?" lässt nicht lange auf sich warten.
Würden wir diesen 70 Prozent denn im wahren Leben unter die Nase reiben wollen, welches Album wir grad cool finden oder was wir heute gemacht haben? Würden wir den Gänsen aus der alten Schule denn auf der Straße mitteilen: "Hey du, ich hab mich von meinem Freund getrennt, mein Beziehungsstatus ist jetzt 'It's complicated' "
Warum dann online? Warum dann auf Facebook?

And we're waiting for your call, we're against privacy

Wo einige User Selbstdarstellung auf einem niedrigen Level halten und Gebrauch der Privatsphäreneinstellungen machen, durch die Facebook anscheinend ein Sicherheitsgefühl im Datenschutz vorgaukeln möchte, geben sich andere den Selbstauslöser ihrer Spiegelreflexkameras wie die Türklinke in die Hand.
Ist das nun Selbstdarstellung oder Blossstellung? Das sei jedem selbst überlassen.

Keep your status up-to-date.

Eine weitere Frage, die sich stellt, ist: Inwiefern beeinflusst Social Networking abseits des Computers - sprich: unsere "normales" Leben in Echtzeit?
Inwieweit können wir das, was wir erleben und tun eigentlich noch genießen, ohne es der "Welt" in unserem Status mitteilen zu können? Oder ist die Mitteilung dessen, was man getan hat mittlerweile schon Antrieb dafür, es überhaupt zu tun?
Wäre es denn in Zukunft möglich, dass das Veröffentlichen von Geschehnissen spannender und aufregender ist, als das Erlebte selbst?

Eine Entwicklung, die diesem Szenario schon gefährlich nahe kommt, ist folgendes:

Kennt ihr diese Leute, die 2 Sekunden nach der Pointe eines Schmähs ihr Handy aus der Hosentasche fassen, ihren Status updaten und somit den kompletten Moment ruinieren?"OMG, like, having SO much fun with @Cunt and @Cock at the moment, like, totally can't believe how funny @Cunt could be, i like"

Ein weiters Beispiel, dass ich besonders auf Konzerten hier in Brisbane oft mitkriegen muss, sind die iPhone-Spezialisten (oh Gott, und mittlerweile Android. Android my arse.).

Sie versperren den fünfzehn Leuten in ihrem Umkreis die volle Sicht auf die Bühne, um schlechte Fotos (oder noch schlimmer, schlechte Videos) der Band zu machen, und sie danach unverzüglich auf Facebook zu laden. Natürlich sind die Fotos immer versehen mit einem indifferenten Kommentar: "@ the slutface concert. So far, it's pretty average". Blah.

Fragt sich, inwiefern man sich für von Vorne herein für ein Konzert begeistern kann, wenn man zwischendurch den Drang verspürt, sein facebook zu "checken".

Aber das ist eine andere Geschichte...

Um darauf zurück zu kommen, worüber ich eigentlich schreiben wollte:

Catfish


Die Dokumentation "Catfish" treibt die Groteske des Social Networking eine Stufe weiter nach oben.

"Nev" ist ein junger New Yorker Fotograf, dessen Foto in einem Magazin publiziert wird. Er erhält danach ein Packet von "Abby", einem 8-jährigen Mädchen aus Michigan, die sein Foto in ein Gemälde umgewandelt hat.

Abby und Nev finden sich auf Facebook und bleiben in Kontakt. Abby überträgt weiterhin Nev's Fotografien auf Leinwand und sendet ihm Pakete mit den Resultaten. Nev wird langsam aber sicher in ihre Familie integriert. Er fügt Abby's Mutter "Angela", sowie ihre Halbschwester "Megan" und weitere Freunde der Famile zu seiner Facebook-Liste hinzu. Eines Tages erhält er ein Bild von Megan, dass sein Facebook-Profilbild zeigt.

Nev ahnt, dass Megan für ihn schwärmt und bleibt in engem Kontakt mit ihr. Monate vergehen und die beiden befinden sich in einer Art Online-Romanze, wobei man merkt, dass Nev echte Gefühle für Megan entwickelt hat.

8 Monate später muss Nev New York aus beruflichen Gründen für einige Zeit verlassen. Er nimmt dies als Anlass, Abby und ihre Familie in Michigan zu besuchen.

Ab diesem Punkt nimmt die Dokumentation eine drastische Wendung. Man staunt, schüttelt den Kopf und zweifelt vielleicht sogar die Authentizität des Filmes an, weil man das Gesehene nicht für möglich halten kann und will.
"Catfish" wäre selbst als Spielfilm noch heftig genug. Die Tatsache, dass das Ganze so geschehen sein soll, wie es gezeigt wird, ist verstörend und unterhaltsam zugleich.
Ein gewisser Grad an Blossstellung, ließ sich zwar nicht vermeiden, jedoch fand diese auf beiden Seiten statt. So viel sei gesagt. Hier ist der Trailer. Den Rest müsst ihr euch selbst ansehen.



Ich für meinen Teil und in meiner Paranoia werde jetzt alle Markierungen in meinen Facebook-Fotoalben löschen.

Enjoy the rest of your day.
See you on facebook.


REGIE: Henry Joost, Ariel Schulman
CAST: Yaniv Schulman
PRODUKTIONSJAHR: 2007

(Catfish wurde am 17. September 2010 in den USA veröffentlicht. Online kann man eine Anfrage für die Ausstrahlung in seinem bevorzugtem Kino erstellen. Ob dies außerhalb der Staaten möglich ist, weiß ich jedoch nicht.)

October 20, 2010

Tame Impala, 16.10.2010 at the Tivoli, Brisbane

Für uns Europäer scheint die australische Musikszene genauso interessant und relevant zu sein, wie beef jerky und Koalas.
Um genau zu sein, ist sie für uns daheim, weder in Medien, noch in den Köpfen von Musikliebhabern, existent. Zähle mir die 5 Länder mit den interessantesten musikalischen Künstlern auf - Australien ist nicht dabei.

Ein Blick auf die Referenzliste, die einem ganz ohne Fachwissen in den Sinn kommt:
Da waren mal Silverchair vor hunderten von Jahren. Jet hat man 2009 wieder am Frequency Festival gesehen. Empire of the Sun. Pnau. Pendulum. Parkway Drive.
Aus.

Und doch tut sich auf dem roten Koninent, der keiner ist, so viel mehr. Im "Rave"-Magazine, dem auflagenstärksten Street-Press Musikmagazin in Queensland, wurden diese Woche über 400 Musiker und Bands allein im Raum Brisbane gelistet. Das Potential ist also enorm und ich erlaube mir zu behaupten, dass fernab von East London, Borlänge und Hamburg auch eine andere musikalische Freiheit herrscht. Ohne Rahmenlinie. Ohne New Rave. Oder zumindest weniger davon.

Einen dieser Goldschätze durfte ich letzten Samstag begutachten. Psychedelic-Rock-Group Tame Impala aus Perth, WA, spielten im Tivoli Theatre in Brisbane auf. Unterstützt wurden sie von Felicity Groom, ihreszeichen eine ebenfalls aus Perth stammende Folk-Singer/Songwriterin und den Lokalhelden von The John Steel Singers.

Tame Impala at the Tivoli Theatre

Aufgrund meines katastrophalen Time-Managements habe ich natürlich den ersten Support-Act nicht gesehen. The John Steel Singers machten das Verpasste jedoch für mich wett.
Neun überaus talentierte und, was viel mehr zählt, passionierte Künstler, gepfercht auf eine mittelgroße Bühne machten musikalisch, so viel sei vorweg genommen, den Abend aus.Mit polyphonem Gesang, Blasinstrumenten, Keyboard und einem Kurzbesuch des "Tame Impala"-Schlagzeugers, der für zwei Lieder die Wucht der Drums verdoppelte, waren die Sänger beides, innovativ und unterhaltsam. Langeweile, die man so oft in den Gesichtern der eingefleischten Fans antrifft, wenn der Support spielt, suchte man hier vergebens. Zugegeben, ein wenig Kelly-Family-Flair kam schon auf, bei der Masse an Menschen auf der Bühne und ihrem easy-going sound. Die Masse vor der Bühne sprach aber für sich selbst. Und zum ersten Mal durfte ich hier in Australien, dem Land der unterkühlten Hobby-MusikexpertInnen, auch mal ein Publikum tanzen sehen.
Und mit Publikum meine ich außer mir auch die Leute, die um mich herum gestanden sind.


Das schwere Los des Supports ist ja bekanntlich, die Fans nicht zu langweilen, sondern für den Hauptact aufzuheizen. Die John Steel Singers haben mit ihrem Auftritt den Hauptact diesmal etwas überschattet. Vielleicht war es die Reizüberflutung, vielleicht auch die familiäre Athmosphäre, die die neun Künstler schafften. Fest steht jedenfalls: die Luft war nach ihnen etwas raus.

Tame Impala, musikalisch einwandfrei, freundlich und sympathisch spielten einen, oh wie schön ist das Wort, soliden Auftritt. Mit "Soltitude is bliss" als zweiten Song könnte man meinen, das Hit-Pulver wurde am Anfang schon verballert. Und tatsächlich wurde der Publikums-Pilz spürbar kleiner.
Auch die Kommunikation mit den Zuschauern wurde durch den psychedelisch Hall, der aus dem Mikrofon kam, erschwert. Da möchte man doch nach einer Europa-, US- und Australientour meinen, der Tonmann hätte inzwischen gemerkt, dass keine Sau den Sänger beim Reden versteht, wenn der den Effekt nicht wegschaltet. Aber wer weiß, vielleicht ist das ganze ja Part der Show.
Tame Impala boten vierzig Minuten voll schöner Songs, stimmungsvollen Visuals und einem friedlichen Flair, der jeden Menschen im Raum zu deinem Freund werden ließ. Back to the Sixties.Der Ticketpreis von AUD 42,50 wurde sicher nicht mit der Länge des Sets gerechtfertigt, dafür aber mit der Qualität des Supports und dem schönen Arrangement. Nicht zuletzt die Location trug, Teppichboden und Theatervorhänge sei Dank, zur Intimität des Auftrittes bei. Mein Fazit für den Gig ist, dass die Herren genau das tun, worauf so viele Leute schon lange gewartet haben, nämlich, dass es hier wirklich nur um die Musik geht. Die dezenten Visuals waren hier Unterstützung und nicht Ablenkung oder Verwirrung. Keine Fleischfetzen als Kostüm. Plain Rock'n'Roll.

Wer also ein Konzert ohne Kitsch, Schnörkel und Ego-Auskotzung des Frontmannes schätzt, sollte am 8. November im B52 in Wien vorbei schauen. Tame Impala spielen ihr einziges Österreich-Konzert, bevor es weiter in die Staaten geht.

Ps: all pictures taken from inthemix.com.au
Weil man selbst ohne Presseausweis nicht darf.

October 14, 2010

Minky

In meiner momentan unglaublich sinnlosen Existenz habe ich Gefallen daran gefunden, mich mit ebenso Sinnlosem zu beschäftigen.

So zum Beispiel Katzen, die von Albumcovern herunterlächeln. Mucki, Minky und Mizzi!
Enjoy! Cause it's worth it!

October 11, 2010

Millenium Trilogy


WATCH IT!
IN BED!
WITH A CUP OF COFFEE!

AUSSI HEY AUSSI HEY

Random. What a universal word.


aussi mating

aussi biking

aussi détente

October 02, 2010

Life's not a TV show




October 01, 2010

Drowned Cities live at the Globe Theatre

TONIGHT! LIVE!
DROWNED CITIES


Nach wochenlangem Nervöseln im heimischen Musikzimmer und Bandprobe nach Bandprobe war es gestern Abend so weit: Drowned Cities spielten ihren ersten, "richtigen" Auftritt seit der Auflösung ihrer Vorgängerband im Globe Theatre in Brisbane.

Das "Globe" ist ein ehemaliges Theater, in dem ausschließlich ehrenamtlich gearbeitet wird. Das Bestreben des Teams ist, Nachwuchsbands aus Brisbane und Umgebung eine Plattform zum Spielen zu geben.
Es gibt zwei Räume, welche mit eine riesigen Bühne und einer von eher bescheidener Größe, rotem Teppichboden und typischen Bühnenvorhängen ausgestattet sind. Der Boden verläuft schräg nach oben, sodass wirklich jeder einen Blick auf die Bühne erhaschen kann. Alles in allem eine wunderschöne location - sogar das Klo war, durch blaues Neonlicht, etwas besonderes.

Die Bands erhalten übrigens auch keine Gage, sondern werden an dem durch den Eintrittspreis erzielten Gewinn prozentuell beteiligt. Fair für alle Beteiligten, sollte das Publikum in eher bescheidener Zahl erscheinen. Man vertraut im "Globe" außerdem auf Eigenwerbung durch die jeweiligen Bands. Fair enough, finde ich, sind es am Anfang jeder Bandgeschichte doch eh meistens die Freunde der Bandmitglieder, die zu einem Auftritt erscheinen.

4 Gruppen traten am gestrigen Abend und als zweiter Act aufzutreten, erwies sich für Drowned Cities als äußerst günstig. Sowohl die erste Band, eine waschechte Hardcore-Screamo Band aus Brisbane, als auch Dan und seine Anhängerschaft hatten einige Freunde dabei. Die zwei "Headliner" gingen nach der zweiten Show Publikums-mäßig relativ leer aus. Es sei aber dazu gesagt, dass die venue Platz für wahrscheinlich 200 Leute hatte und selbst 50 Leute in so einem großen Raum immer etwas verloren aussehen.

Wer meinen Mann vor allem im Team mit Mitch kennen gelernt hat, der weiß, dass es bei den beiden nicht besonders ernst zugeht. Als Intro-Song, nicht zuletzt, um sich über die Vorgänger-Band und ihre ernsthaft-verkrampfte Art lustig zu machen, wurde das "Golden Girls"-Theme gewählt. Das Publikum spaltete sich in zwei Parteien: die, die "What the fuck?" auf der Stirn stehen hatten und die, die sich köstlich über den speziellen Humor des Quartetts amüsierten.Das Eis war gebrochen und Drowned Cities genossen eine solide, positive Resonanz des Publikums den 45-minütigen Auftritt hindurch.
Als wifey ist es mir dennoch nicht möglich, ein objektives Urteil zu bilden.
I thought it was great anyway!

Here's some shots!